Wie Freeletics ihre E-Mails verbessern könnten

Durch meine Konzentration auf E-Mail Marketing passiert es häufig, dass ich Newsletter E-Mails von Unternehmen besonders genau betrachte.

In letzter Zeit fallen mir dabei E-Mails vom Fitness-Startup Freeletics auf.

Versteh mich jetzt bitte nicht falsch. Ich finde das Startup absolut klasse und was die Jungs da aus der anfänglichen Idee gemacht haben, ist absolut großartig. Leider sind die E-Mails nicht ganz so grandios, wie man es von einem so coolen Unternehmen erwarten sollte.

Bevor ich jetzt ins Detail gehe, möchte ich noch eine Sache klarstellen: Jedes Startup sollte E-Mail Marketing betreiben. Und es muss am Anfang auch nicht perfekt sein. Beim E-Mail Marketing gibt es kein klassisches Richtig oder Falsch und alles was ich hier schreibe, kann als meine persönliche Meinung verbucht werden.

Nun gut. Gehen wir das mal im Detail durch.

Falls Du Freeletics bisher noch nicht kennst, solltest Du Dir das Startup mal genauer anschauen. Zusammenfassend geht es darum, dass man nur mit seinem eigenen Körpergewicht in Form kommen kann. Freeletics bietet hierfür speziell Übungen und Trainingsprogramme an. Damit sind sie sehr erfolgreich und haben in kurzer Zeit ein absolutes Traumwachstum hingelegt.

Falls Du mehr darüber erfahren möchtest, wie die 3 Gründer von Freeletics gestartet sind, solltest Du Dir unbedingt den Artikel von Online Marketing Rockstars durchlesen.

Ich bin selbst ein paar Mal mit Freeletics angefangen und leider bin ich nie sehr weit gekommen. Irgendwann werde ich es schaffen. Meine absolute Hassliebe sind die Burpees. Jeder, der die einmal gemacht hat, wird wissen, was ich genau meine.

Hier mal ein Einblick auf die deutsche Startseite.

freeletics_website

Gehen wir direkt zu den E-Mails. dafür sind wir ja schließlich hier.

Ich habe mir einfach mal die letzten paar E-Mails von Freeletics angeschaut. Hier ein Screenshot aus Google Mail.

Mails-Freeletics

Beim Durchlesen der einzelnen Zeilen fallen mir 2 Punkte auf, die viele Startups in Deutschland (die Amerikaner sind da meistens deutlich weiter) falsch machen.

  1. Als Absender wird entweder Freeletics oder Freeletics Wear genannt. Freeletics möchte anscheinend keinen richtigen Namen nennen (auch in den E-Mails steht am Ende kein Name sondern nur Instructor)
  2. Bei den meisten Betreffzeilen lese ich keinen persönlichen Nutzen für mich heraus – warum soll ich die E-Mail „Die neue FreeKnitProduktreihe – jetzt erhältlich“ genau öffnen?

Hier mal kurz für Dich eine wichtige Information: Je persönlicher Deine E-Mail, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie Deinen Kunden begeistert. Und genau da solltest Du über Deinen Schatten springen und einen ganz klaren Namen nennen. Du brauchst ja nicht einen vollen Namen nennen. Die Form „Alex von E-Mail Marketing Helden“ wird von vielen schon viel persönlicher wahrgenommen als E-Mail Marketing Helden.

Je persönlicher Deine E-Mail, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie Deinen Kunden begeistert. Klick um zu Tweeten

Zu Punkt 2. Die Betreffzeile ist das wichtigste Element einer E-Mail und deshalb solltest Du hier die meiste Zeit investieren. Schließlich bestimmt die Betreffzeile darüber, ob Deine E-Mail geöffnet wird oder nicht. Viele Startups sehen ihr E-Mail Marketing zu sehr als Ego-Show. Das ist bei Freeletics garnicht mal so stark ausgeprägt. Trotzdem handeln viele E-Mails mehr von Freeletics als von mir. Besser wäre es, mich hier direkt anzusprechen und hier den Inhalt der E-Mail hier mit mir zu verknüpfen.

Soviel zur Betreffzeile.

Schauen wir doch einfach mal in eine E-Mail rein.

Wie sieht eine typische E-Mail von Freeletics aus.

freeletics-email-komplett1

Ich habe mir hier einfach mal die E-Mail „5 Gründe für das Trainieren im Freien“ herausgepickt. Ich werde immer mit Athlet angesprochen. Ob das jetzt für jemanden passt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es okay. Zu Freeletics passt es definitiv. Eventuell wäre eine Grußformel wie „Hallo“ noch cool gewesen. Das ist aber Geschmacksache.

In der E-Mail geht es garnicht um 5 Gründe für das Trainieren im Freien. Das ist nämlich nur ein Thema von insgesamt 5. Leider. Denn genau hier findet gerade ein Paradigmenwechsel statt. Was ich meine ist, dass es besser ist ein Thema komplett in einer E-Mail durchzugehen als 5 verschiedene Themen inkl. Buttons zu verwursteln. Fokussiere Dich lieber auf ein Thema und ein Call to Action. Dadurch wirst Du höhere Klickraten erhalten.

Eine Sache ist mir in nahezu allen E-Mails noch aufgefallen: Der Call to Action „Hol Dir den Coach“ wird gefühlt in jeder E-Mail benutzt. Besser wäre hier auch mal zu variieren. Eventuell könnte Freeletics hier auch die Unentschlossenen noch mehr ansprechen. Beispielsweise wären die CTAs „Erfahre, wie Du mit dem Coach zu Deinem Traumkörper kommst“ oder „Lerne, wie Dich der Coach auf Deinem Weg unterstützen kann“ noch wirksamer. Auf der Landingpage könnte dann genau erklärt werden, warum ich unbedingt diesen Coach benötige.

Bei dem Durchschauen der E-Mails sind mir aber auch ein paar coole Dinge aufgefallen.

Beispielsweise fallen ein paar Betreffzeilen positiv auf. hier geht es um andere Athleten. Vor allem der Transformation Tuesday mit Sonjas Geschichte spricht mich an, weil es da auch um mich geht. Es wird mir schließlich gezeigt, wie einer der Anwender zum Traumkörper gekommen ist. Das ist genau mein Ding als Unentschlossener.

Mails2-Freeletics

Von dieser Art von E-Mails möchte ich eigentlich noch viel mehr sehen.

Warum?

Ganz einfach. Viele werden durch eine solche Transformation überhaupt erst auf Freeletics aufmerksam geworden sein. Die Geschichte von Levent hat mich beispielsweise mit Freeletics vertraut gemacht und wurde bei YouTube über 8 Millionen mal angeklickt.

Levent-YT-Freeletics

Wenn ich nun auf die Geschichte von Sonja gehe, fallen mir 3 Dinge auf.

  1. Die E-Mail ist sehr kurz, die Geschichte von Sonja wird nur kurz angeteasert
  2. Die E-Mail enthält einen Link zu YouTube
  3. Es gibt wieder den Call to Action „Hol Dir den Coach“

Das mit der kurzen E-Mail ist Geschmacksache. Ich mag lange E-Mails, da ich dann in der Bahn oder unterwegs mehr zu lesen habe. Die Geschichte von Sonja, könnte man hier vielleicht auch noch ein wenig ausbreiten und mich so abholen.

Besser als ein YouTube Link wäre meiner Meinung nach ein Link auf eine spezielle Landingpage oder auf einen Blogartikel, wo das Video eingebettet ist. So könnte man sich auch das „Hol Dir den Coach“ sparen und würde die Leser auf die Seite locken.

freeletics-email-komplett2

Genau von diesen Geschichten möchte ich mehr haben, damit ich mir endlich den Coach hole.

Hier mal ein paar Themenfelder, die in diesem Rahmen extrem gut funktionieren sollten:

  • Transformation von Menschen mit extrem wenig Zeit (Eltern, Managern, Schichtarbeiter etc.)
  • Erfahrungsberichte von Athleten (es müssen nicht immer Videos sein)
  • Was passiert nach der Transformation? Wie halte ich mein Gewicht bzw. Fitnesszustand?
  • Wie hat Freeletics das Leben Einzelner verändert (z.B. Mental? Gab es andere Dinge, die sich verändert haben)
  • Mehr Informationen zur Ernährung (Was muss ein Athlet da beachten während Freeletics?)

Ich fasse nochmal die wichtigsten Punkte für Dich zusammen:

Benutze einen reellen Namen als Absender und nicht nur den Markennamen. Nimm Dir Zeit für die Betreffzeile. Behandle weniger Themen in einer E-Mail und gehe darauf wenn nötig mehr ein. Lange E-Mails werden gelesen, wenn sie spannend sind. Benutze Call to Action, die Deine Leser ansprechen. Behalte dabei immer das Ziel im Auge.

Viele Grüße

Alex Wiethaus

PS: Schreib mir in den Kommentaren, wie Du die E-Mails von Freeletics verbessern würdest.

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